Besprechung von „Para-Riding“ auf fixpoetry

„Wie langweilig Bücher sein können fällt erst auf, wenn man eines der seltenen experimentellen Sorte in die Finger bekommt. So eines hat Urs Engelers roughbooks-Reihe der zu Unrecht hierzulande kaum bekannten Laura (Riding) Jackson (1901 – 1991) gewidmet, die zu Recht beachteten Monika Rinck und Christian Filips haben die Texte ins deutsche übergesetzt, eine Auswahl aus Lyrik, Aufsätzen, programmatischen Texten. Ein schräges und mutiges Experiment – eine Entdeckung, ein Spielbuch.“

Die ganze Besprechung steht hier, das Buch „Para-Riding“ gibt es nur hier.

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Laura Riding hören

Die erste Laufbotschaft der lyrikkritik (unter neue redaktioneller Leitung: seid Anfang dieses Jahres sorgt Simone Kornappel für frischen Wind) bringt einen Hinweis auf eine Radio-Lesung von Laura Riding:

http://lyrikkritik.de/laufbotschaften.htm

http://hcl.harvard.edu/poetryroom/listeningbooth/poets/jackson.cfm#

Monika Rincks und Christian Filips RIDING und PARARIDING kann man heute Abend in Berlin hören:

+++ KREUZWORT am 27.02.2012 +++  Damensalon (Reuterstraße 39) in Berlin +++  3€ Damage +++  ab 20h +++

Ihr Buch gibt es hier: http://www.roughbooks.ch/riding.html

Wir präsentieren in Berlin roughbook # 15: PARA-Riding


Die amerikanische Dichterin Laura (Riding) Jackson schlug sich schnurstracks auf die Seite der Wahrheit. Die Bezeichnung Dichterin schlug sie von da an aus. Sie dichtete auch nicht mehr, sondern widmete sich der Frage, wie Sprache sein und behandelt werden müsse, um wahrheitsfähig zu sein. Das roughbook “PARA-Riding” stellt die 1991 verstorbene Autorin vor, in Behauptungen, Essays, in Gedichten, in Übersetzungen, Überschreibungen und in uns allen.

Christian Filips und Monika Rinck haben zwei Jahre übersetzt, gesammelt, bewahrheitet, ersetzt, auf Ridings Fragen geantwortet und neue Fragen gestellt. Am 27. Februar 2012 ab 20 Uhr präsentieren sie das roughbook PARA-Riding im Rahmen einer KREUZWORT-Lesung. Am Cello sagt sprachlos die Wahrheit: Bodock Wigbert.

+++ KREUZWORT am 27.02.2012 +++  Damensalon (Reuterstraße 39) in Berlin +++  3€ Damage +++  ab 20h +++

Das roughbook 015 ist da: PARA-Riding!

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PARA-RIDING. Das Reiten und PARA-Reiten hebt an! Auf zum Parforce-Ritt mit Laura (Riding) Jackson (*1901 New York City, +1991 Wabasso). Doch halt, halt, halt … Da erschallt er auch schon, der böse Widerruf aus Nottinghams Wäldern: Es müsse endlich Schluss sein mit der Poesie! In conformity with the late author’s wish, her Board of Literary Management asks us to record that, in 1941, Laura (Riding) Jackson renounced, on grounds of linguistic principle, the writing of poetry: she had come to hold that „poetry obstructs general attainment to something better in our linguistic way-of-life than we have“. Monika Rinck und Christian Filips haben sich beim Übersetzen und Überschreiben von Laura Ridings Gedichten und Essays zunehmend gefragt, ob sie aufhören sollen mit dem Dichten und sich einfach der hier verheißenen besseren Lebensart widmen. Dabei stellte sich mit der Zeit das Verfahren des PARA-Ridings ein. Das Überschreiben von Texten, die, um wahr zu sein, nicht bleiben durften, wie sie waren. Und vielleicht gerade so wieder das wurden, was sie nicht mehr zu sein versprachen: Gedichte.

„Superspitzenmässigeextraklasse!“ (Erstleser)

Zum Bestellen: bitte hier.

„WAS IST EIN GEDICHT?

Was ist ein Gedicht? Ein Gedicht ist nichts. Durch Beharrlichkeit kann aus einem Gedicht etwas werden, aber dann ist es etwas und nicht ein Gedicht. Warum ist es nichts? Weil es nicht angeschaut, gehört, berührt oder gelesen werden kann (was gelesen werden kann, ist Prosa). Es ist kein Ergebnis von Erfahrung, sei sie gewöhnlich oder ungewöhnlich, es ist das Resultat der Fähigkeit, innerhalb der Erfahrung ein Vakuum zu schaffen – es ist ein Vakuum und daher ist es nichts. Es kann nicht angeschaut, gehört, berührt oder gelesen werden, weil es ein Vakuum ist. Da es ein Vakuum ist, kann der Dichter sich nicht schmeicheln noch dafür Schmeicheleien einfordern. Da es ein Vakuum ist, kann es nicht vor Publikum wiedergegeben werden. Ein Vakuum ist unveränderlich und unverrückbar ein Vakuum – das einzige, was ihm zustoßen kann, ist Zerstörung. Wäre es möglich, es vor Publikum wiederzugeben, würde daraus die Zerstörung des Publikums resultieren.“

(Aus: PARA-Riding, S. 71)