roughbooks lässt Nicolas Pesquès am Mont Juliau wieder auf die Gipfel der Sprache klettern

Barbara Zeizinger bespricht für fixpoetry roughbook 023, Nicolas Pesquès: Die Nordseite des Julia: „Pesquès Schreibprozess verläuft nicht linear. „Oft stellte sich das Wort ein wie eine Zärtlichkeit“, berichtet er. Aber manchmal wird das Schreiben zur „Plackerei“. Er vergleicht seine Arbeit mit der Cézannes. So wie dieser immer wieder an den gleichen Ort ging, neue Schraffierungen, Tönungen vornahm, um ein Gemälde zu vollenden, so begibt sich Pesquès in die „Silbenküche“, überprüft Bedeutungen und Skandierungen von Wörtern, bis sie seinen Ansprüchen genügen und er sie im „Mosaik“ seiner Texte unterbringen kann. Dieses Mosaik ist aus unterschiedlichen Stilrichtungen zusammengesetzt. Seine Steine bestehen aus prosaischen Feststellungen, sehr poetischen Beschreibungen bis hin zu Gedichten.“ Die ganze Besprechung steht hier.

NEU roughbook023: Nicolas Pesquès, Die Nordseite des Juliau, herausgegeben und aus dem Französischen übersetzt von Lisa Spalt

Warum hat Cézanne immer wieder denselben Berg gemalt? Die Frage bringt Pesquès dazu, selbst ein ähnliches Projekt zu starten. Juliau oder Juliot: Die Bücher, die Nicolas Pesquès der bescheidenen Erhebung im Ardèche-Gebirge gewidmet hat, bilden einen Erfahrungsraum, in dem wir die instabile Verbindung zwischen Worten und Objekten ausloten können. Die Veränderlichkeit des Objekts, des erfahrenden Menschen, die unterschiedlichen Spiele, die die Sprache bietet, werden immer wieder noch einen Anlauf nötig machen. Immer wieder wird der Berg durch Sprache ausradiert, wird nicht in Sprache erschaffen, entzieht sich der Erfassung. Und so wird das Juliau-Projekt zu einem, in dem der Schreiber das Schreiben und den Schreiber selbst untersucht, das Gebrauchen der Sprache, ihre Eigendynamik, ihre Eigenkräfte.

58 Seiten, Euro 8,-/ sFr. 10.-