zu Wolfgang Schlenker

Lieber Urs,

und hier ein paar Sätze zu Wolfgang Schlenker…

http://www.poetenladen.de/gedichte/wolfgang-schlenker.php

Herzlich grüßt dich
Michael

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Michael Braun über ein Gedicht von Konstantin Ames

Im Poetenladen schreibt Michael Braun über

dreißig lenze zähl ich wheel, das stehet
in einer urkundä, ich libee worte mit zween e
drin, konsumier wegen dehmel teein nur mit feen, zween
am besten teens, gestern z. beispiel war eine vielle
drunter, die mehr zaehe war als zart, waere, fragt‘ ich
waere’s meeglich, dass de sterben gehest
und in sechzehn, siebzehn jahren wiederkommst
sie legte mich im aussermoralischen sinne ueber’s knee

waehrenddessen musste ich von commander keen
erzaehlen oder hölderlin und linné zitieren

jetzt kann ich vierzehn tage nicht mehr siezen, mieze
catleen, mein reh, was soll ich tun?

(zaehl tee « 30.8.2009)

“Im Selbstporträt des Dreißigjährigen steckt auch das Liebes­gedicht eines Unter­werfungs­berei­ten, der sich von der Geliebten „übers knee“ hat legen lassen und daher ganz zweideutig „nicht mehr siezen“ kann. Dabei werden sehr unter­schied­liche Dich­tungs­konzepte herbei­zitiert: das Er­haben­heits­ton Hölderlins, die konventionellen Liebes­dichtungen des Richard Dehmel oder ein Computer­spiel, in dem der Held, „Commander Keen“, die Erde oder gleich den ganzen Welt­raum vor der Zer­störung bewahrt. Ames-Poesie – das ist in jeder Zeile ein poly­glottes Sprach­vergnügen.“

Den ganzen Artikel von Michael Braun gibt es hier, das Heft, in dem das Gedicht ursprünglich stand, hier, und den neuen Gedichtband von Konstantin Ames wahrscheinlich noch in diesem Jahr auch hier. Bis dahin empfehlen wir die Alsohäute.

Konstantin Ames: (Preiskarusselllyrikkommentare« 22.4.2012)

Diese Zitronentart ist ein Gedicht!

Wie man sieht, dreht sich das Preiskarussell in der KostBar auf eher niedrigem Level und neben einer gut sortierten Weinkarte finden sich Kulmbacher Biere.

Das Preiskarussell an der Zapfsäule dreht sich schneller und schneller.

Selbst Schüler mischen im Preiskarussell mit und treiben damit manche Branchen an den Rand des Ruins.

Neue Brenner sind zwar sparsamer als alte, dem Preiskarussell entkommt man damit jedoch nicht.

Ich weiß, dass dies ein Langzeitspiel ist und auch der Markt nach Angebot und Nachfrage funktioniert und auch das Preiskarussell sich danach richtet.

Das Preiskarussell an der Zapfsäule dreht sich schneller und schneller.

Mir sagte mal ein Frauenzimmer, Symmetrie sei die Ästhetik der geistig Minderbemittelten.

Diese Zitronenhaie haben Finnen.

(Preiskarusselllyrikkommentare« 22.4.2012)

Wolfgang Schlenker – knappe bedenkzeit

was immer hier jetzt ist
mehr wird es nicht

das leben scheint zu funktionieren
wie ein tausch

was man gibt
bekommt man wieder

mit verzögerung allerdings
und manchmal aus zweiter hand

aber wie ein prinzip
dieses stirb und werde

und das negativ davon:
wenn ich nicht sterbe

dann sterbe ich
auf der dunklen erde

und siehe da:
der freie wille

ist vielleicht nicht das
wofür man ihn gerne gehalten hätte

aber das ist kein grund
ihn zu verspotten

freier wille
ist ein geschenk

und schenken heißt:
die vergangenheit gibt es nicht.

 

Lyrikmail: Die tägliche Dosis Poesie

Jeden Tag ein Gedicht per E-Mail: http://www.lyrikmail.de

Oder auf dem Blog, http://www.lyrikpost.de/blog/, z.B. Konstantin Ames, Lyrikmail #2459 Ames – Hallo ich popcornmaisfelde dich

Hallo ich popcornmaisfelde dich
maisfeldest du mich
popcornmaisfeldest du mich sogar
oder bist du nur ein feiger schauer
aha. ein warmer regen wär´ mir lieber
liebe meine liebe. Ja so steht´s nun mal
keine liebe schüssel voll chips. Und wa-
rum chips und nicht popcorn. die
stituation ist felsig und felsen
siezen mich ich Tschüss
e dich tausendmal und lass
das rucksack-s in zukunft weg
melde mich hiermit an/ab
(Nichtzutreffendes bitte unterstreichen!)
„Man weiß gar nicht, ob´s heiß oder kalt draußen ist.“
provinz ist da, wo´s nur von oben auszuhalten ist. (ames)

(…« oder ??« 25./26.7.2010)

Konstantin Ames (1979)

Das Gedicht ist dem roughbook „ALSOHÄUTE“ entnommen.
Buchlink: roughbooks.wordpress.com

A Poem A Day – Andreas Reimann

Zärtliches messer

Leiblos wär leidlos: das bild ists im spiegel, der wind
ists, der vergebne. Was treibt denn auf bitterem bier
billig verlockend das blühen holunders? Der satz,
ist er geschrieben, so wird er gewußt sein. Und doch
sollen zwei schultern, zwei ruhrunde tauben aus schnee,
einwohnen sanft sich ins fingergeflochtene nest,
soll, der den mund mir mit süße versiegelt, der kuß,
öffnen die stimme, soll heil sein, wenn sonst nichts als nichts,
zwischen den schenkeln des fleisches verkündende kirche:
leiblos wär leidlos. Und ehe mir alles mißlingt,
lob ich die leiden. O frieden verzweiflung in mir!

Aus: Andreas Reimann, Die Weisheit des Fleischs 
Mitteldeutscher Verlag 1975