Zuß und Ames (suchen Streit)

„Zuß und Ames suchen Streit und begegnen sich in Berlin; in der Art in der ein Freistoßschütze dem Torwart begegnet; wer wer ist, ist egal, weil es wechselt. Es geht um Kollegialität, um Polemik, Poetik, um zwölf coole Arbeiter im Lyrikstandort Berlin, um Unzufriedenheit und andere Beweggründe und „Konsonanz ist nur ein Teil künstlerischen Schaffens; Dissonanz, Digression und Überraschung die anderen. Wir beobachten hier das Verfahren der Anreicherung neben forcierter Flapsigkeit […] und harte Zäsuren und weite Sprünge neben zarten Zoten.“
(Konstantin Ames: sTiL.e(ins) Art und Weltwaisen. S. 6f.))

So eingeleitet der Prolog zu einer Reihe auf lettretage.de. A also = Ames, ZdW = Zuß der Wimpernknecht. Auszug:

(liest schnell etwas aus einem aufgeschlagenen Notizbüchlein ab) Glauben Sie, Zuß, dass es eine Polemik auf dem Felde der …

ZdW … der Ehre …

(unbeirrt und leider auch etwas humorlos) auf dem Felde der Poetik möglich ist? Anders: Kann Poetik polemisch vorgetragen werden?

ZdW (lacht rückhaltlos) Zur Frage: Aber klar doch! Ich sehe ihrem Gesicht aber an, dass Sie das anders sehen. Was sollen wir also tun, Mister Äimß?

(sichtlich um Lässigkeit bemüht nuckelnd an seiner Zigarre) Na, wir suchen jetzt das Gespräch. Poetik ist immer an Wissen, Fachwissen, historisch wie systematisch gebunden, und an den Willen, herrschaftsfrei darüber zu reden und einen Konsens zu erzielen. Frei von persönlichen Aversionen, sachlich. Das sind so meine Prämissen … Da scheint Polemik also in Poetiktexten nicht recht am Platz zu sein.

ZdW Aber irgendwie haben Sie doch gemerkt, dass Sie damit nicht weiterkommen, nicht wahr? Sonst bräuchten wir diese Kommunikation hier nicht. Stimmt doch? Und der Miniessay, in dem Sie mich in die Manege gezerrt haben – der war ganz sachlich, hm?

A… (wirkt perplex, will aber vielleicht nur die Zigarre genießen)

ZdW Sie sind aber ein schnell zu verdutzendes Kerlchen, Herr Ames. Auf den Fotos sehen Sie immer aus, wie der etwas zu stattliche Urenkel von Lenin. Da muss ich mich nun wundern.

(bräsig) Ich bin regelrecht schüchtern, Zuß. Stets um Dezenz bemüht und den ganzen Schmus. Zur Sache: Sollte es anders sein, sollte sich Poetik mit Polemik vertragen, wäre der Zustand solcherart Polemik beklagenswert.

ZdW (talkshowstreng) Na, das wird schon noch! Bloß nicht bäurisch werden! Muss jetzt aber zu meinem Flieger. Wir sehen uns nächste Woche. Dann hören Sie mein Lob Polemik in Dingen der Poetik. Denen dürfen Sie sich dann anschließen und dann ein paar Lektionen bei Meister_in Zuß nehmen. Okay?

Ich könnte meine These problemlos an einigen Statements verschiedener Akteure im literarischen Feld aus der jüngeren und jüngsten Vergangenheit belegen. Das liegt mir tatsächlich sogar am Herzen. Denn einige narzisstische Karrieristen machen knallharte Politik und versuchen die Rezeption von Debütanten einzufärben; man könnte regelrecht Kampagnen hinter manchen Äußerungen vermuten. Zum Beispiel …

ZdW Sie dürfen sich jetzt, bitte gerne, für das Gespräch bis hierher bedanken. Nächste Woche wieder. Oder sind Sie Quietist?

(winkt barsch ab) Danke fürs Bitten!

Die Reihe „Zuß und Ames suchen Streit“ ist eine e-Polemik und Bestandteil des literaturlabors in der Lettrétage, gefördert vom Berliner Senat.

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Grüße an Matthias Mader

„Es ist immer ein schö­ner Tag, wenn die Post so einen unschein­ba­ren grauen Umschlag aus Solo­thurn bringt. Denn darin ver­steckt sich immer ein gro­ßes Lese­er­leb­nis (wirk­lich, bis jetzt war das immer so!). Und die­ses Mal ist beim neuen Lyrik­band sTiL.e(ins) Art und Welt­wai­sen von Kon­stan­tin Ames sogar noch eine CD dabei — das ist also ein mul­ti­me­dia­les Erlebnis …“

Mehr in Matthias Maders Blog „Nächstens mehr.

Ames, Bresemann, Genschel, Kornappel und Lange lesen Gedichte & der Josquin-DJ macht Musik

von raumanzügen, kunstkammern und referenzflächen, der gier, der
großen schrift, den stilen

„Ich traf eins und fragte es, was Poesie sei. Es versetzte mir, Nützlichkeit sei das Letzte. Und dieses heißt Reißwolf und jenes heißt Ökoöl. Oder Poesie per Livestream. Oder Life Conditioner. Eine seltene Säure. Jeder Engel geht einem schrecklich auf die Nerven. Andere Gerichte sind Elegien. Viel Glück beim Sampling! Oder bei der Engführung. Da falle ich aus den Wolken. Wir, das Volk, Ich das Ich, lebendig und auf jedem Dokuspaßkanal. Wer Geschichtsknoppers liebt, sollte jetzt besser gehen. Zu wünschenswert. Sagt ‚Tschüss‘ dem dreifach gesattelten Pferd.“

http://playingwitheels.de/veranstaltung-berlin-kreuzberg/events/poetenlesung-von-raumanzuegen-kunstkammern-und-referenzflaechen-der-gier-der-grossen-schrift-den-stilen.html

EINLADUNG zu einem Abend mit Konstantin Ames, Michael Braun und Norbert Lange: W e l t w a i s e n. Ein Gespräch über Gedichte

Liebe Freunde, sehr geehrte Damen und Herren,

anbei meine herzliche EINLADUNG zu einem Abend mit

Konstantin Ames, Michael Braun und Norbert Lange

W e l t w a i s e n.

EIN GESPRÄCH ÜBER GEDICHTE

am

Samstag, den 15. Dezember 2012, um 19 h 30

in der pKp-Galerie, Schwartzkopffstr. 3, 10115 Berlin

Mit Gedichten und Kommentaren zu den Neuerscheinungen:

* Lyrik-Taschenkalender 2013. Hrsg. von Michael Braun (Verlag Das Wunderhorn),15,80 Euro
* Norbert Lange, Das Schiefe, das Harte und das Gemalene. (luxbooks), 120 Seiten,22 Euro
* Konstantin Ames, sTiL.e(ins) Art und Weltwaisen (roughbooks), 112 Seiten,14 Euro

Mehr und näheres in der beigefügten EINLADUNG, die gerne auch an Interessierte weitergegeben werden kann.

Ich freue mich auf Euer / Ihr Interesse und grüße herzlich

Karl Piberhofer

píberhofer K produktíon, Schwartzkopffstr. 3, 10115 Berlin, PiberhoferK@web.de

www.biografilme.de

E I N L A D U N G_Lesung_151212

P.S.: Wer sich der Gefahr von Verlegenheitsgeschenken für Weihnachten und das Neue Jahr entziehen will, kann die Bücher an diesem Abend auch erwerben.

roughbook024: Konstantin Ames: sTiL.e(ins) Art und Weltwaisen

Ames zweiter Gedichtband. Stilblüten. Stilblut für Tittentinte. Tittentinte als Pornographieallegorie. ›Totale Tinte‹ als Titel für eine Polemik. „Ames“ für einen Künstlernamen halten. Ames heißen und deswegen nach Ames/Iowa reisen. Auf Stilblüten warten, während alles unter dem Titel „Stilblüten“ steht. Es wovon wimmeln lassen, weil es stabt. Es gibt zu wenige zu wendige Kinder in diesem Land. Es gibt zu viele, die Selbstbewusstsein auf ihren Nachwuchs baun. Es gibt zu viele, die Gedichte schreiben. Es gibt zu viele, die auf ihren einen Stil ihr Selbstbewusstsein baun. Armselig die, die nur eines Stiles sind! Es muss möglich sein, projektiv zu dichten, ohne ein poeta vates sein zu müssen. Stil könnte eine Eierschale sein. Und dann wäre es erlaubt anzuklopfen.

Ames Weltwaise

Bestellen: Konstantin Ames, sTiL.e(ins) Art und Weltwaisen
112 Seiten, mit CD-Audio 30 Minuten, Euro 14,-/ sFr. 17.-