Gregor Dotzauer über den Netzverlag von Robert Kelly und Charlotte Mandell

Vielleicht war es „Die Sprache von Eden“, roughbook 041, das Gregor Dotzauer vom Tagesspiegel auf den Netzverlag metembesen.org von Robert Kelly und Charlotte Mandell aufmerksam gemacht hat. „Der Mann mit dem imposanten weißen Schnauzer und den noch imposanteren Augenbrauen ist ein Genie der Freundschaft, weshalb das Familienprojekt im Nu einen erstaunlich weiten Wahlverwandtschaftenradius angenommen hat.“

In seinem schönen kleinen Artikel beschreibt Dotzauer Robert Kelly als Künstler einer „frühromantisch durchdrungenen Welterfahrung, die nach dem Heiligen im Gewöhnlichen, einer „sacredness of ordinary things“, sucht, wie es im Vorspruch zu Kellys „I Tarocchi Nuovi“ heißt.“ Kelly, schreibt Dotzauer weiter, „verknüpft das Offensichtliche auf der Stelle mit dem Unscheinbaren, der vom Austrocknen bedrohten Regenpfütze, die „in ihren Tiefen den ganzen Himmel darüber enthält, den edlen Anker der Bäume, der sich zu uns nach oben ausstreckt“. Dabei will er von Tiefe gar nichts wissen. „Das Bild“, schreibt er, „ist ganz Oberfläche – auf der Oberfläche. Wenn wir wie Narziss durch die Oberfläche zum Bild selbst vordringen wollen, finden wir nichts als Drecksuppe, Schotter, Schlamm.“ Das kann man ruhig als poetologische Auskunft eines Mannes lesen, der zusammen mit Jerome Rothenberg und Clayton Eshleman einst die symbolistisch geprägte Schule des „Deep Image“ begründete und heute längst über allen ihren Wassern schwebt.“

Hier der ganze Artikel:

http://www.tagesspiegel.de/kultur/netzverlag-an-den-ufern-des-metambesen/19859848.html#

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