Michael Braun über Rainer René Mueller

„Wahr spricht, wer Schatten spricht“: Diese Direktive, die das lyrische Subjekt in Paul Celans Gedicht „Sprich auch du“ an sich selbst adressiert, könnte auch dem poetischen Werk des Dichters Rainer René Mueller voranstehen. Die stockende, stotternde Sprache, die sich mit einem Heer von Satzzeichen gegen die Laufrichtung der geläufigen Sprache stemmt, ist sein Markenzeichen. Hier agiert wie in der Dichtung Celans ein „unter dem besonderen Neigungswinkel seiner Existenz sprechendes Ich“, das gegen den verführerischen „Wohlklang“ der Poesie die Härte kristalliner Sprachpartikel setzt, zersprengte Verse, die immer wieder das einzelne Wort fühlbar machen, seine Fragwürdigkeit, seine bedrohte Wahrheitsfähigkeit ins Bild rücken. (Der ganze Text steht auf der Seite des poetenladen.)

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