Spiegel und Stein

„Mit der Entgegensetzung von Spiegel und Stein ist hier eine glückliche Formulierung gefunden, die in zwei Worten den Unterschied zwischen der üblichen und der trunkenen Wahrnehmungsweise der Dinge zusammenfasst. Tatsächlich gibt es zwei grundlegende Bezugsmöglichkeiten in Hinblick auf das Reale: den rauhen Bezug, der über die Dinge stolpert und daraus nur das Gefühl ihrer schweigenden Präsenz ableitet und den glatten, blanken, formvollendeten Bezug im Spiegel, der die Präsenz der Dinge durch ihre bildliche Erscheinung ersetzt. Der rauhe Bezug ist einer ohne Double; der glatte Bezug existiert nur dan des Double. Der trunkene Bezug gehört zur ersten Kategorie: rauhe Wahrnehmung, unfähig doppelt zu sehen (und das, um es noch einmal zu wiederholen, trotz der gelegentlichen Verdoppelung der Bilder in der trunkenen Sehweise, die aber nur einen Oberflächenbezug darstellt).“

Clément Rosset: Die Idiotie des Realen

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s