„Das Chaos kann man sich nicht wünschen, es ist ja da“

Der Lyriker Christian Filips über den britischen Schriftsteller Laurence Sterne

Er wurde am 24. November 1713 in Clonmel (Irland) geboren und starb am 18. März 1768 in London.

 
Zeitgenössische Darstellung des englischen Schriftstellers und Pfarrers Laurence Sterne (1713-1768) (picture-alliance / dpa)

Der Berliner Lyriker Christian Filips hat Lawrence Sternes Hauptwerk „Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman“ in ein Oratorium verwandelt – und gibt sich im Interview dem Chaos hin. Hat es überhaupt stattgefunden?

Stephan Karkowsky: Zwei Bücher nur machten Laurence Sterne unsterblich: das eine „Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman“, das zweite „Eine empfindsame Reise durch Frankreich und Italien. Von Mr. Yorick“, das war schon der Titel. Was uns diese Bücher 300 Jahre nach der Geburt des Autors noch angehen, das soll mir Christian Filips verraten! Herr Filips, guten Tag!

Christian Filips: Guten Tag, hallo!

Karkowsky: Laurence Stern, das ist einfach, war Dorfpfarrer im 18. Jahrhundert. Bei Ihnen wird es komplizierter, da brauche ich etwas länger, Sie sind Lyriker, Sie sind Übersetzer, Autor und wahrscheinlich auch immer noch Programm- und Archivleiter der Sing-Akademie zu Berlin. Und als solcher ein ziemlich verrückter Musikdramaturg, wenn die Bemerkung gestattet ist! Habe ich was vergessen?

Filips: Ach, allerlei, ja.

Karkowsky: Da ist also noch einiges im Bauchladen drin?

Filips: Das suche ich immer wieder auf und dann plötzlich gehen neue Schubladen auf und andere schließen sich.

Karkowsky: Sie haben also auf jeden Fall auf dem Literaturfestival Berlin im September erst zum Abschluss Laurence Sternes Hauptwerk in ein Oratorium verwandelt, mit der Sing-Akademie Berlin. Nun sind Sie ja runde 40 mal 270 Jahre jünger als Laurence Sterne. Was hat Sie denn eigentlich an dieser doch sehr gespreizten Sprache interessiert?

Filips: Vielleicht ihre Spreizung!

Karkowsky: Tatsächlich?

Filips: Wenn Sie das so sagen, muss ich gleich darüber nachdenken, was Sie damit meinen, dass sich die Sprache spreizt?

Karkowsky: Sie ist etwas altmodisch, sie gibt sich ein bisschen geziert, sie hat immer so einen kleinen abstehenden Finger dabei?

Filips: Einen abstehenden Finger? Wenn wir jetzt hier sprechen, haben wir da nicht auch so einen abstehenden Finger? Also, irgendetwas steht ja immer ab im Sprechen!

Die Hauptfigur, ein babylonischer Tyrann, der seine Kinder tötet

Karkowsky: Das stimmt wohl, ja. Manchmal sind es Ecken, manchmal sind es Kanten, manchmal ist es nur ein Satz zu viel, wie jetzt.

Filips: Oder ein Satz, der …

Karkowsky: … Eben ein solcher!

Filips: Eben ein solcher Satz, der abbricht oder sich unterbricht oder unterläuft. Und genau das ist das Interessante an diesem Buch.

Karkowsky: Würden Sie sich in der Lage fühlen, uns eine Kurzzusammenfassung dieses klassischen Textes zu geben, „Tristram Shandy“, was da passiert?

Filips: Ja, im „Tristram Shandy“, also, die Hauptfigur ist ein babylonischer Tyrann, der seine Kinder ermordet. Man könnte auch sagen, die Hauptfigur ist ein Musikdramaturg oder die Hauptfigur ist eine gealterte Schauspielerin.

Karkowsky: Und genau damit sind wir schon mittendrin: Sophie Rois ist natürlich keine gealterte Schauspielerin, aber auf diesem Oratorium, das Sie selber inszeniert haben beim Literaturfestival Berlin, da hat Sophie Rois als Frau die Rolle von Tristram Shandy übernommen, hat ihn rezitiert. Christian Filips, können Sie uns das Bild dazu liefern? Was war da auf der Bühne zu sehen?

Filips: Abschweifungen sind unleugbar der Sonnenschein des Lebens. Da waren so vier Knaben auf der Bühne, die hüpften umher und da saß Volker Spengler an einem Tisch, vor ihm war ein kleines Döschen mit lauter Fruchtfliegen, die waren so klein, dass man sie schon in der ersten Reihe nicht mehr erkennen konnte. Und dann gab es diverse Vorhänge und Vorhänge und Vorhänge, und hinter den Vorhängen waren Chöre und Chöre, und Chöre, die manchmal erschienen und dann auch wieder verschwanden. Ja … Und links saß noch die Lautten Compagney, ein Barockensemble, eine große Theorbe, die da so reinragte.

Karkowsky: Stimmt es, dass da, da, da 200 Leute insgesamt auf der Bühne auftraten?

Filips: Ja, ja, die kamen und gingen.

„Das ist das Leben, das aus dem Wald tritt wie ein Hirsch“

Karkowsky: Die kamen und gingen! Warum sind – das ist natürlich eine große Frage, die wir hier wahrscheinlich auch gar nicht klären können – Johann Wolfgang von Goethe, Sigmund Freud, Thomas Mann, sogar Christian Filips über die Jahrhunderte hinweg begeistert von diesem Stoff? Denn es hatte ja mal etwas Neues, damals, als das herauskam, hieß es, es hätte dem modernen Roman sozusagen den Grundstein gelegt, aber das ist ja schon längst zum Alten geworden. Was begeistert immer noch so daran, das Chaotische?

Filips: Ja, man kann ja gar nicht raus. Also, selbst wenn man sich nicht begeistert, man ist drin. Es gibt überhaupt keine Möglichkeit zu entkommen, weil es keine Möglichkeit gibt, dem Zufall zu entkommen. Und der „Shandy“ schreibt sich immer weiter fort. Also, etwas, das nie zur Welt kommt oder etwas, das nie anfängt oder immer wieder seinen eigenen Anfang bedenkt, kann auch nicht aufhören. Man kann nicht damit aufhören, anzufangen.

Karkowsky: Ist das eine absurde Komik, diese Komik des „Tristram Shandy“?

Filips: Das Absurde … Hm. Was ist denn das Absurde? Also, das Absurde kommt mir so vor wie so ein Begriff, der aus einer Ordnung heraus gesprochen wird, wo man schon weiß, wie sich die Dinge verhalten. Und dann kann man so was abqualifizieren, na ja, das ist eben absurd! Nein, nein, nein, das ist hier, das ist das Leben, das aus dem Wald tritt wie ein Hirsch.

Karkowsky: Sie hatten sich im Vorfeld gewünscht – ich darf das hier verraten –, dass unser Gespräch über Laurence Sterne im Chaos enden möge, das würde dem Roman am ehesten gerecht. Insofern dürften Sie ja auch die chaotische „Tristram Shandy“-Verfilmung von Michael Winterbottom genossen haben, oder die bislang … war es die bislang einzige, soweit ich weiß?

Filips: Ah, das Chaos kann man sich ja gar nicht wünschen, wie soll man sich das denn wünschen, das ist ja da!

Karkowsky: Man kann es ordnen oder man kann es sein lassen mit dem Ordnen!

Filips: Das Chaos zu ordnen, das kann nur Gott, das schaffen wir nicht! Diese Verfilmung, ja, ich glaube, das ist die einzige Verfilmung. Aber das ist ja auch keine Verfilmung. Also, was, wie soll man eine Verfilmung von diesem Buch machen? Das ist ein Film über einen Film.

„Eigentlich existiert diese Sendung auch nicht“

Karkowsky: Über einen Film, der versucht, etwas zu verfilmen, was eigentlich unverfilmbar ist. Es heißt, „Tristram Shandy“ sei unverfilmbar. Warum eigentlich?

Filips: Ja, weil es das Buch nicht gibt. Es gab auch dieses Oratorium nie, das war ein Oratorium, das es nie gegeben haben wird.

Karkowsky: Dürfte.

Filips: Dürfte? Na ja, also, verboten ist es nicht, wir haben es uns nicht verbieten lassen.

Karkowsky: Aber es war nicht Konjunktiv, es existierte nicht.

Filips: Nein, es hat nie existiert. Wir machen eine Sendung darüber, aber die Sendung ist eine Sendung über einen Gegenstand, der nie existiert hat.

Karkowsky: Eigentlich existiert diese Sendung auch nicht, denn ich kann Ihnen jetzt verraten, dass wir dieses Gespräch gerade aufzeichnen und vermutlich nicht senden werden. Wären wir jetzt live hier, dann würde es jetzt über den Sender gehen!

Filips: Ja, das stimmt, aber ich kann jetzt Ihnen sagen, dass vor dem Funkhaus gerade ein Mann in einem blauen Pullover um die Ecke geht, er hat eine weiße Kappe auf und es ist jetzt genau 14:16 Uhr.

Karkowsky: Mhm, da haben Sie das erste Mal den Intendanten mit seiner neuen Mütze gesehen! So, ähm, Sie haben verschiedene Tableaus trotzdem versucht umzusetzen in diesem Oratorium, das nicht existierte. Und eins, das mir doch ganz interessant erscheint, ist das Tableau fünf im Buch, „Das Vorgebirge der Nasen“.

Filips: Ja, die Ordnung kommt jetzt zurück!…

Karkowsky: Wie lässt sich das beschreiben?

Filips: Ja, das war so. Also, da kam einmal einer aus dem Vorgebirge der Nasen, so eine Gegend unweit des Funkhauses, nach Straßburg. Und er stand vor dem Stadttor und wollte hinein. Aber er konnte nicht hineingehen, weil seine Nase zu groß war, um durch das Stadttor zu gelangen. Und diese Tatsache, dieser Sachverhalt hat die Straßburger Bürger sehr bewegt. Sie haben dann ihre Arbeit eingestellt, den Funkbetrieb. Und die Nonnen haben das Kloster verlassen und die Bäcker haben aufgehört zu backen und die Metzger aufgehört zu schlachten und alle sind an das Stadttor gegangen, um diesen Reisenden mit seiner riesenhaften Nase zu bewundern.

„Eine Nase ist mehr als eine Nase und auch zugleich weniger“

Karkowsky: Was war denn an dieser Nase so besonders? Nur, dass sie so groß war? Gab es damals keine Menschen mit großen Nasen?

Filips: Ja, die schiere Größe, die schiere Größe.

Karkowsky: Aber es war doch nur eine Nase!

Filips: Ja, aber eine Nase ist mehr als eine Nase, und auch zugleich weniger.

Karkowsky: Hmmm. Hat Tristram Shandy im Buch eigentlich auch mal Geburtstag, sodass wir eine Ahnung kriegen davon, wie und ob sein Erfinder Laurence Sterne heute seinen 300. feiern würde?

Filips: Aaah, ich komme zur Welt, ich komme zur Welt, ich komme zur Welt! Jetzt, also, ich habe nämlich heute Geburtstag!

Karkowsky: Es gibt ja nur, es gibt diese Szene im dritten Kapitel, es ist, glaube ich, wo dann der Tristram tatsächlich endlich seine Geburt feiert. Aber danach?

Filips: Danach ist er auch schon wieder verschwunden. Nein, nein, der ist dann schon auf der Welt. Der war ja auch schon auf der Welt. Die Frage ist ja, wie kommt man zur Welt, und kann man nicht jeden Tag neu zur Welt kommen? Also, ich weiß nicht, vielleicht komme ich erst heute zur Welt oder in fünf Minuten!

„Vielleicht muss man Geburtstag einfach durchschweben“

Karkowsky: Bei Ihnen ganz bestimmt, Sie haben heute Geburtstag!

Filips: Ja, das ist jetzt aber auch vielleicht wieder so eine Lüge!

Karkowsky: Der 32., richtig?

Filips: Da bin ich ganz unsicher!

Karkowsky: Mhm. Werden Sie ihn begehen heute? Einen Geburtstag begeht man ja, wussten Sie das?

Filips: Man begeht den?

Karkowsky: Ja.

Filips: Man könnte ihn ja auch durchstehen.

Karkowsky: Das stimmt, aber wenn man ihn begeht, dann ist man irgendwie aktiv dabei. Wenn man ihn durchsteht, dann hat man etwas zu erleiden zumeist.

Filips: Ja, das ist aber…Also, Nietzsche sagt ja, dass man bei der Lektüre von Sterne nicht unterscheiden könne, ob man liege, stehe oder sitze. Und das sei dem Zustand des Schwebens vergleichbar. Und vielleicht muss man auch die Geburtstage einfach durchschweben!

Karkowsky: Und darum wollen wir Laurence Sterne allen noch mal zur Lektüre empfehlen, diesen britischen Schriftsteller, der heute vor 300 Jahren geboren wurde. Übermorgen, also Sonntag um 0:05 Uhr, hören Sie aus diesem Anlass eine Literatursendung mit Joachim Scholl und Barbara Sichtermann mit dem Titel „Lachen, Mylord, will ich, und zwar so laut ich kann!“.

Und ich sage Danke bei einem weiteren Geburtstagskind, beim Berliner Lyriker Christian Filips für dieses Gespräch, vielen Dank, schön, dass Sie da waren!

Filips: Ja, danke Ihnen!

(Der link zum Deutschlandradiokultur ist hier.)

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Besprechung von Elke Erbs „Das Hündchen kam weiter auf drein“ im Tagesspiegel

Elke Erb blättert ihr lyrisches Tagebuch auf

Elke Erb hält sich gerne an Konkretes, an Menschen und Verhältnisse, aufgehoben in Tagebuchnotizen aus rund 50 Jahren. Für ihren neuen Gedichtband hat die 75-Jährige den Ordner „Impfschein bis Kündigung“ geöffnet. Da purzeln unter anderem heraus: Tante Thereses Schrift über Pointen im Barock, drei verirrte Schafe in ländlicher Gegend, ein Hund, der auf nur drei Beinen vorankommt, gen Scherbach in der Eifel, wo Elke Erb geboren wurde, vielleicht aber auch zum Café Ritter in Wien oder zum „Wohlfühlort“ Wuischke im Sorbischen.

Ihre Wahrnehmungen setzt die Tagebuchschreiberin locker in Verse. „Ich habe den Verhältnissen gekündigt, / sie waren falsch“, heißt es da.

Ein widerständiges Ich bewegt sich entschieden fragend, auf Widerspruch erpicht und mit unschlagbarem Witz durch Berliner Straßen und ländliche Gegenden: auf dem Fahrrad, zu Fuß oder in Zügen.

Alltagsszenen, beim Zubereiten von Tee, beim Telefonieren, auf dem Balkon oder beim Aufräumen, nehmen dabei gerne eine ungeahnte Wendung. Ein erinnerndes Ich irrt und korrigiert sich und flicht ein Gewebe, aus dem Wortschöpfungen tönen wie „Schafsleibeslänge“, „Skelettwitz“ oder „Vermögensstockwerke“. Von Werten und Zielen wie „Ehre Geltung und Geld“, „größtmöglichem Erfolg“ und „Wellness“ ist die Rede. Doch ritten nicht schon in der Antike „Habsucht&Verschwendung“ die Republik zuschanden? Elke Erb ist nicht etwa unter die politischen Dichter gegangen? Ihre Gesellschaftkritik kommt als ironische Pointe daher, als komische Sentenz oder Wortspiel zwischen „SudelIndustrie“ und „IndustrieSudelei“.

Das Politische ist stets Bestandteil eines größeren Themas, das mit dem „Zu-sich-Selbst-Kommen des Menschen“ bezeichnet werden kann. Dabei bedenkt Elke Erb vieles mit, darunter auch Prozesse des Alterns. Sie hält Zwiesprache mit Dichterkollegen aus Gegenwart und Vergangenheit, allen voran Anna Achmatowa und Ossip Mandelstam, die sie kongenial ins Deutsche übertragen hat. Kreaturen, die ungeachtet ihrer Beschädigungen weiterleben, betrachtet sie mit Achtsamkeit, wie den dreibeinigen Hund (das „Hündle“), das dem Buch den Titel gab.

Wehmütig werden die Verse nirgends. Mehr denn je spickt die Berliner Dichterin wörtliche Rede mit spitzen Floskeln, die alles Gesagte gleich wieder infrage stellen: „so?“, „ach!“, „aha“, „wie nicht?“, „tja“, „weißgott“, „jesses“. Das ist ein heiterer Dialog mit sich selbst, dem jetzigen und früheren Ich und dem Leser. Zum Gesprächscharakter tragen auch neue, haikuähnliche Texte bei. Aber Elke Erb verkehrt ihre Gelassenheit potzblitz ins Gegenteil. In idyllischer „Mittagsruhe“ wird plötzlich geschossen. 

Elke Erb: Das Hündle kam weiter auf drein. Gedichte. Roughbook 028, Wuischke und Solothurn 2013. 62 Seiten, 7 €. Nur im Netz zu bestellen unter roughbooks.ch

Dresdener Lyrik-Stipendium: Bertram Reinecke ist „poet in residence“ 2014

Das Börsenblatt meldet: Das Dresdener Lyrik-Stipendium ist zum zweiten Mal vergeben worden: Der Lyriker, Essayist und Verleger Bertram Reinecke setzte sich in einer öffentlichen Lesung am vergangenen Wochenende gegen die von der Jury ebenfalls nominierten Dichter Ron Winkler und Odile Kennel durch.

Bertram Reinecke, geboren 1974 in Güstrow, wuchs in Mecklenburg auf und studierte zunächst Germanistik, Philosophie und Psychologie in Greifswald. 2006 schloss sich ein Studium am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig an. Reinecke lebt in Leipzig, wo er seinen Verlag Reinecke & Voß betreibt.

Zuletzt (2012) kam Bertram Reineckes Lyrikband Sleutel voor de hoogduitsche Spraakkunst bei roughbooks (Urs Engeler) heraus. In den Jahren zuvor erschienen die Lyrikbände An langen Brotleinen (Verlag Wiecker Bote 2000) und Chlebnikov am Meer (Weiße Reihe 2003), Gedichte und Prosa in Anthologien (z.B. Quellenkunde, Hg. von Norbert Hummelt und Jahrbuch der Lyrik 08, Hg. von Christoph Buchwald und Ulf Stolterfoht) und Zeitschriften.

Außerdem erschienen poetologische sowie kunst-, literatur- und sprach­kritische Arbeiten unter anderem in Akzente, BELLA triste, Message und beim Hessischen Rundfunk sowie im Internet (u.a. Lyrikkritik, L&Poe).

Von Anfang Januar  an erhält Reinecke für drei Monate freie Unterkunft im Gästehaus des KulturHaus Loschwitz und ein Stipendium in Höhe von monatlich 900 Euro. Die in der Zeit des Stipendiums entstehenden lyrischen Arbeiten werden anschließend im Rahmen einer bibliophilen Schriftenreihe publiziert. In dieser Reihe erschien soeben der Band „Das Pferd im Schnee“ des ersten Lyrik-Stipendiaten Carl-Christian Elze (32 Seiten, englische Broschur, 14,90 Euro, ISBN 9783981621013).  

Der Verein „Literarisches Dresden e.V.“, initiiert von den Buchhändlern Susanne Dagen und Michael Bormann, hatte das dreimonatige Lyrikstipendium 2013 erstmals vergeben.

roughbook 029: Ulf Stolterfoht, Die 1000 Tage des BRUETERICH

1000 Tage lang, vom 10. September 2010 bis 5. Juni 2013, erschien unter der Adresse http://ulfstolterfoht.wordpress.com die linke Tageszeitung BRUETERICH TM. Allnächtlich, um genau 00:01h, fanden sich der aktuelle Beitrag und ein liebevoll ausgewähltes Musikstück in den elektronischen Briefkästen der Leser. Unter dem Motto „Und wenn man sie fragt: Wo haben Sie’s zum ersten Mal gehört? Dann sagen Sie, ganz schlicht, ganz keusch und ganz husch-husch: Auf BRUETERICH TM!“ formierten sich so tausend kleine Fünfzeiler zum monumentalen Systemgedicht. Der vorliegende roughbooks-Band dokumentiert das immer weiter ausfransende Textgeschehen erstmals und vollständig auf Papier. Statt eines Nachworts findet sich eine Listung aller neununddreißig Kammern des Systems BRUETERICH, die gemeinsam mit ihrer Speerspitze BRUETERICH TM im Juni 2013 in den virtuellen Tiefen verschwanden. Im Auftrag des Systems wurde BRUETERICH TM herausgegeben vom Verlagshaus BRUETERICH PRESS, Berlin 62 und Feistritzwald / Steiermark. Zeit seines Erscheinens stand der BRUETERICH unter Schutz und Schirm der mächtigen Lyrikknappschaft Schöneberg.

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Bestellen: Ulf Stolterfoht, die 1000 Tage des BRUETERICH:

http://roughbooks.ch/ulf_stolterfoht/die_1000_tage_des_brueterich.html

282 Seiten, Euro 15,80 / sFr. 19.50