Bettina Hartz bespricht Elke Erb: Das Hündle kam weiter auf drein

Im frisch aus dem Netz gefischten fixpoetry von heute bespricht Bettina Hartz roughbook028, Elke Erb: Das Hündle kam weiter auf drein, oder genauer: das erste Gedicht, mit dem Band auf dem Umschlag beginnt:

„Das Politische der politischen Kunst – die Wahrheit – liegt nicht im Inhalt, sondern in der Form. In der Art, wie ein Thema behandelt wird. Ob da unter etwas ein Haken gemacht wird, oder ein Strich mitten durch. Ein Strich, aus dem eine Linie wird, man weiß nicht, wohin. Geht aber mit in dieses Ich-weiß-nicht, aus Neugier, aus Widerspruch, aus Lebenslust.

Politisch ist, was die Sinne weckt. Was stört. Nervt. Was Schönheit knapp vermeidet. Dadurch herstellt. Was einen unauflösbaren Rest lässt, von dem man nicht weiß, ob man daran erstickt oder ob er einen nährt.

Das kann auch ein Liebesgedicht sein. Ein Naturgedicht.

Die jetzige Welt scheint abgedichtet gegen den Zweifel. Das Nichteinverstandensein.

Das Randständige, Stumme, Abgewandte, das seine Spuren löscht, restlos, also auch jede Erinnerung an die Spur.

Wie kündigt man den Verhältnissen, begibt sich in die einzig noch mögliche – ja, was für ein Paradox – Utopie?

Es gibt, wird beim Weiterlesen dieses den schmalen Band eröffnenden Textes (er entstand 1965, im März 2013 hat Erb ihn „emphatisch ververst“), es gibt, wird beim Weiterlesen klar, keinen Ort mehr, von dem aus sich so ein Text heute schreiben ließe, nicht hier, in diesem Land, in diesem System. Das alles vereinnahmt, domestiziert, indem es ihm einen Preis gibt, es zu einer Marke macht.

[…]

Was tun?

Nichts tun.

Warten.

Zur-Ruhe-Kommen.

Lesen.

Erb lesen.“

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