Vom Aufmischen getrockneter Tinte – Dominik Dombrowski bespricht für fixpoetry „Sleutel voor de hoogduitsche Spraakkunst“ von Bertram Reinecke

Wir zitieren den Anfang und den Schluss von Dombrowskis Besprechung:

Der Lyriker und Herausgeber Axel Kutsch schrieb unlängst in dem von Michael Gratz betreuten Blog „Lyrikzeitung.com“, Bertram Reinecke sei wohl „einer der originellsten Lyrikbände der deutschsprachigen Literatur unserer Tage“ gelungen. Woran liegt das? Das Originelle an Reineckes Gedichtband rührt möglicherweise daher, dass er durch seinen retrospektiven, stilpluralisierenden Ansatz die Strömungen heutiger Gedichtsschreibung erfrischend konterkariert. Mit seinen unterschiedlichen „Schlüsseln“ für die hochdeutsche Sprachkunst taucht Reinecke tief in den Lyrikkanon ein, um mit ein paar Jahrhunderten Poeterey zu experimentieren, angefangen bei Dante, Dach und Andreas Gryphius über Hölderlin bis hin zu Rilke, den Expressionisten und schließlich Gegenwartslyrikern wie Norbert Lange, Elke Erb oder Jürgen Becker, um nur ein paar wenige zu nennen. Es sind Aufmischungen lang getrockneter Tinte, die uns Reinecke präsentiert, Einflußnahmen in die Vergänglichkeit. […] Es würde zu kurz greifen, in Reineckes Lyrik etwa nur ein retromanisches Phänomen zu sehen, nach der Devise, je gegenwartsverweigernder, desto moderner, denn der Dichter zeigt uns virtuos die unausgeschöpften Möglichkeiten der Dichtkunst, auch der vermeintlich vergangenen, gerade an dem Punkt, an dem sich die heutige Lyrik oft an ihrer Verwechselbarkeit reibt. In dieser Monotonie bekommt die Reineckesche Dichtung beinahe etwas Alchemistisches, Rebellisches. Vielleicht liegt darin der Grund ihrer Originalität.

Die vollständige Besprechung steht hier bei fixpoetry.

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