Bruno Steiger: Letzte Notizen 132

Letzte Notiz für zwei Unberücksichtigte

Die fünf gängigsten Traubensorten im Traum,
noch vor dem Frühstück eine weitere.
Den Vormittag über einer französischen Übersetzung
des Worts Saalsporthalle verbracht, dann nichts mehr.
Dann die letzte Stunde des Abends, zehn
Meter unter der Erde, probehalber ausgestreckt
neben dem Operationstisch, die Stirnlampe auf die
Erinnerung an den kostbarsten Halsschmuck
der Welt gerichtet. Später der Entwurf für Liz T.,
(semifiktional), dann die Ruder über dem See, das
Schweben zweier schwarzer Blätter, ungespiegelt.
Anderntags der Anruf aus Sion statt aus Visp.

Werbeanzeigen

Bruno Steiger: Letzte Notizen 132

Für eine „schwache“ Hermetik IV

Angenommen, Dichten wäre eine Form von Äusserung. Es würde damit ein biologisches Konzept von „Geist“ entweder behauptet oder eliminiert. Es liefe auf ein Spiel zwischen Diskretion und Anstand hinaus.

Heute: Das Gegenteil von Verführung

Haltet aus, seid stabil, bleibet hier!
(rough poetry performance)

Dienstag, 22. November 2011 – ab 21 Uhr
Villa Elisabeth, Invalidenstr. 3, Berlin

Es wird Zeit, gegen die panische Energie des Versäumens vorzugehen – und, in aller Schönheit, nichts zu wünschen. Nichts? Wirklich nichts? Nein, nein. Wir wünschen den Windhauch einer Berührung an einem windstillen Tag. Die neue Liedertafel wird Fünf, Herr Filips gleich Dreißig an genau diesem Abend. Unter der Moderation von Monika Rinck (Diskurs), Franz Tröger (Spieluhr) und Bo Wiget (Free-Jazz-Cello) geht es unerwartet steil nach oben oder unten. Beiträge herzlich willkommen. Ein Abend für Freunde. Solche, die es waren, wurden, werden wollten, nachdem die Verführung begonnen hatte, ihr Gegenteil zu sein.