Bruno Steiger: Letzte Notizen 118

Letzte Notiz für William Blake

Wahre Gnade in zwei hochgestellten Ziffern,
schwesterliche Grabbepflanzung. Lass dieses
passieren im inneren Zimmer als kalten Hauch
im Anfang allen Redens, in einer späten Regel.
Zahlen aus Holzabfällen – so sieht man sich
wieder in einem letztmals aufgeschlitzten Ich,

vor allem Anderen: Einem handgeschnitzten
Ölfass, einer zur elften Suppe geronnenen
Vermehrfachung in einem tulpenförmigen
Bühnenutensil. Man nannte es Überfluss,
man sprach vom Luxus einer Abwehrreihe,
verfugt von schlecht verhehlter Todesangst,

in der Vorhersehbarkeit um ihre Hülle bangt.
Du aber entlässt dich in einen älteren Himmel,
wo dunklere Kehlen heiserer wurden, wo
Scham sich an ganz flachen Gestaden
verflüchtigte und nie mehr als Opfergabe
für irgendeinen Geisteszustand Fuss fassen

muss. So geschähe denn das grosse Lassen
noch des Wenigsten unter dem Diktat eines
unvollständigen Pförtners, es wäre die Hölle.
In halben Chören spräche sich die Bitte aus,
der Eintrittsparole zu weichen, den richtigen
Ton als letztmöglichen Patzer zu entwerfen.

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