A Poem A Day – Romina Voigt

10-Cent-Run, Mthatha-Man!
Oder: Wenn du nachts im Distrikt
O. R. Tambo zum Tanken hältst
und das Glück auf deiner Seite ist

Die Dunkelheit, Mthatha-Man
rennt aus der Dunkelheit,
die dunkle Haut, Mthatha-Man,
wir sehen dich zu spät.

Mthatha-Man mit Gummilippe,
Scheibenwischer hochgeklappt,
Wasser, Lappen, Gummilippe,
Mthatha-Man mit Lederjacke
putzt die Scheibe blank.

Zehn Cent für dich, Mthatha-Man,
fünf Cent und nochmal fünf,
Wechselgeld, Mthatha-Man,
just change for you tonight.

Mthatha-Man, ten cent in hand,
rennt zum Automaten hin,
die Hand am Schlitz, gezielt, gedrückt:
– kein Plüschtierglück, Mthatha-Man,
no luck for you tonight.

Mthatha-Man, no change at hand,
rennt in die Dunkelheit,
wir winken nicht, Mthatha-Man,
und denken nur bye bye.

*
Romina Voigt, 1985 in Suhl geboren, lebt derzeit in Jena. Zum Tanken, gedanklich, fährt sie jedoch ins Distrikt. Auf ihr Gedicht bin ich bei einem Seminar des Jungen Literaturforums Hessen-Thüringen gestoßen. Mit zweifachem Dank an die Autorin: für den Text und die Erlaubnis, ihn zu bringen, hier.  (CF)

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