Bruno Steiger: Letzte Notizen 110 (Skala A / 12)

In einer Zeit, die längst vergangen ist, bricht ein völlig unmusikalischer Friseur aus Neapel nach Florenz auf, um sich mit Georg Friedrich Händel über dessen kurz vor der Fertigstellung stehende Oper „Rodrigo“ zu unterhalten. Im Verlauf des Gesprächs erwähnt Händel seine Absicht, nach Neapel zurückzukehren und an die dortigen Erfolge anzuknüpfen. Der Friseur findet den Gedanken „interessant“. In seiner Befürchtung, damit einerseits nichts, andrerseits alles gesagt zu haben, setzt er sich nach Norddeutschland ab, wo er endlich zur Ruhe kommt und schliesslich stirbt, zeitgleich mit Händels Erblindung.

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Ein Gedanke zu “Bruno Steiger: Letzte Notizen 110 (Skala A / 12)

  1. Gunnar Jauch sagt:

    „In jener Zeit, die längst vergangen ist,
    Hat er mich manches liebe Mal gestemmt.
    Und wenn kein Zaster war, hat er mich angehaucht
    Da hieß es gleich: du, ich versetz dir dein Hemd!
    Ein Hemd, ganz gut, doch ohne geht es auch.“

    Zuhälter-Ballade, Brecht/Weill

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