Bruno Steiger: Letzte Notiz 89 (Das Element des Aufbruchs III)

Ich wechselte die Strassenseite. Irgendwelche Hoffnungen verband ich nicht damit; es ging allein darum, mich in Form zu halten. Der üblen Selbstverständlichkeit der Umgebung eine Richtung aufzuzwingen, verbot mir meine Trägheit. Ich wollte mich in einen Gedanken verwandeln, mit der Karte von Gustafsson in der Hand. Ich zählte die Blumen auf der Karte, so lange schon hatte ich sie nicht mehr gezählt. Ich fühlte mich von der Wut der Zahlen belehrt, gleichzeitig war mir klar, dass ich in eine grosse Zerknirschtheit eingetreten war, noch vor dem ersten Schritt. Man geht von einer Ordnung in die andere, man wechselt eine Zahlenfolge aus, man stirbt ab. Was ich tatsächlich erblickte, war jener mit weissen Steinen gepflasterte Platz, den ich vor Jahren querte, in der Stadt meiner Geburt. In der Ordnung der Blumen auf der Karte enthüllte sich mir die letzte Nachricht eines Menschen, der es sich ein für alle Mal verboten hat, von einem Ziel bewohnt zu werden.

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