Bruno Steiger: Letzte Notiz 88 (Das Element des Aufbruchs II)

Ich zog mir den Hut tief ins Gesicht. Unter ungestüm gerunzelten Brauen musterte ich die Felder, die Bäume, die vor ihren Bauernhäusern sitzenden Bauern. Es war nicht Vorfreude, was mich daran hinderte, die Schatten zwischen ihren Füssen als Schuhabdrücke zu identifizieren. Blass graue, sohlenförmige Schatten, als sässe hinter jedem Bauern ein zweiter, mir und allem (und möglicherweise sogar sich selbst) den Weg abschneidend mit seinem Sitzen. Ich hatte es mir eben am Rand eines Kartoffelackers bequem gemacht, als die Sonne durch die Wolken brach. Dann wurden die Schatten länger, so etwas wie ein Muster war in ihnen noch immer nicht zu erkennen. Kein Muster, kein Bild. Nie mehr ein Bild, zu dem aufzurücken wäre, nie wieder die Ruhe des Bildes in meinem Denken. Das Bedrückende fortgeweht in eine Bewegung, an der es nichts mehr zu rütteln gäbe bis in alle Ewigkeit. Tiefe Befriedigung darüber, dass es mir so früh gelungen war, mich in diese Bewegung einzuklinken. (Auf einem Zwetschgenbaum vor Meierskappel)

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