Exultate, jubilate!

Weg Libido! Weg, Bücher! Körper, weg!
Ihr wollt mir alle doch nur an die Leber.
Weg, Liebes-Hudelei! Lass keinen ran.
Und wenn Ihr mir mit Kränen auf den Leib rückt:
Geht besser nach Kamtschatka oder Leipzig,
Baut Euch im Umkreis Kolonien, benennt sie
Nach mir (So: Filips-Kongo. Oder: Christograd),
Errichtet Zoos, Gedächtnisorte, Nightclubs,
Schreibt Hausarbeiten zu meinen Gedichten,
Bringt mich ins Ungarische, pflegt mich, fleht nur –
Das alles lässt mich kalt. Ich, die Grandezza,
Bin schnellen Herzens, geh zu Bett um neun.
Verlier mich nicht im Denken, spekulier
Auch jetzt nicht länger mehr auf Euren Anruf
– Ob jemand etwa grad bereit zu teilen
Mit mir sein bisschen Leben, Arbeit, Triebstruktur –
Ich leg mich einfach schlafen. Sage laut:
Legenden wachsen weiter. Bis sie wahr sind.
Der Teufel prahlte mit dem Glauben fauchend.
Ward zur Substanz. Und gab sich hin: dem Geist.

*
Christian Filips

Para-Riding nach „Rejoice, Liars

Mehr demnächst im gemeinsam mit Monika Rinck verfassten roughbook 013, Riding & Para-Riding.

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