Bruno Steiger: Letzte Notizen 73

Erzählungen von Eltern müssen nicht unbedingt und immer zur vollkommenen Erschöpfung von Kindern führen. Ist man auf den Knien in Rückstand geraten, stellt sich die Sache etwas anders dar. Dann hat man definitiv von vorn begonnen, dann ist es wahrscheinlich aus. Aber es gibt ja auch noch das Brückenaxiom von Octavio Paz.
Und es gibt die Zeichen in den Lücken des Übergangs. Wir heben sie aus einer in sich gekrümmten Landschaft, wir regen uns, wir lassen uns an allem vorbeifallen, was als unverwendbar gilt. In der Kirche am See sortieren wir die Knochen einer Hauptfigur, das ist im Augenblick die Gestaltvermeidung, rufen wir, es ist unser letztes Wort für heute. Am Ende der Rennbahn kippt ein hölzerner Hund aus dem Gestänge, zweiundfünzig Mal im Jahr, und immer montags. Das ist die Reduktion im Detail. Auf den Knien die Hand an seinen Grabstein legen und zurückrudern. Im Schnee im Himmel ein freches „Nicht mit mir!“ vervollständigen, den Wind über dem Altar von Simon Vouet ausblasen. Oder die einfache Leiche umbetten, so lange, bis die letzte Parallele sich ins Bild meines Lieblingsschlupfwinkels gewunden hat. Das Insekt ist, wir wissen es seit Kafka oder Kleist, immer Hintergrund und kann nicht gezeichnet werden. Also los!

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