A Poem A Day – Carlfriedrich Claus

„Stets steht also, treibt, läßt sich treiben, oder (-erwacht-) arbeitet ein papillarliniges Subjekt in Sprache. Sprache, diese jene zuhöchst menschliche und vermenschlichende, dabei vielräumig-offene Materie, Prozeß-Materie, ist in dem Augenblick, in dem das Subjekt sich ihrer bedient, gar sie formiert, objektiv und subjektiv zugleich. Sie spiegelt die rückwärtige Landschaft des informierenden Ichs, mit seinen aus ihr sich verschiebenden Triebgefühlfühlern, und übermittelt relativ objektive Sachverhalte, Mit-Teilungen. Nähert diese und das mitteilende Ich dem vernehmenden Ich an, negativ oder positiv. Denn dazu: darüberhinaus: in und durch Sprach-Materie treiben intensiv das Ich antreibende, stimulierende Denk-Ansätze: primär zu Du-Ich-Erkenntnis, – Verständigung, – Kommunikation, (wechselseitigem Verzehr), dann Vermittlung; … Identität.“

Quelle: Augen Blicke Wort Erinnern. Begegnungen mit Carlfriedrich Claus, Janus Press, 1999, S. 220. Ausgesucht von cantus firmus. „Poesie existiert nicht nur im Gedicht“, das Gedicht existiert auch in seiner Bestimmung.

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