A Poem A Day – Ulrich Schlotmann

Die Berge schmerzen
nur den, den sie wirklich stören,
sagt man
(gemeinhin).

Die Unempfindlichen/& Indolenten
dagegen sehen in Bergen kaum mehr als Erhebungen,
Geländeemissionen, meinetwegen.
Durchzogen von Stollen, angelegt worden von
hemdsärmeligen Kerlen in Holzfällerhemden mit
groben Karos, schwarzen & roten wohl
findigen Selfmademen/geleckten Dollarmillionären in
edlem Zwirn zu gefallen, Männern,
die Gold wollten, allenfalls Tränen fanden, Salz
fanden und irgendwann einfach aufgaben,
schlicht nicht mehr konnten –
war eh nichts mehr zu holen/kaum mehr rentabel
und ab: mit der Lufthansa auf die Komoren/nach
noch namenlosen Pazifikatollen – hin:
zu den Postkartenidyllen der Südsee/zum
Humboldthain, meinetwegen.

***
Quelle: Dieser Text entstammt einer Variationsreihe, entstanden im Rahmen des Liedertafel-Projekts Variations sérieuses. Von Ulrich Schlotmann ist 2009 bei Urs Engeler Editor der monumentale Roman Die Freuden der Jagd erschienen.

Ausgesucht von Christian Filips

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