Sätze zur Poetologie 1 (Elke Erb)

Poesie existiert nicht nur im Gedicht. Und nicht nur auch in anderen Literaturgattungen oder Künsten. Sondern auch außerhalb der Kunst.
Sie kann geschaffen sein, und sie kann jemandem begegnen, ohne daß sie erschaffen wurde.

Sie wahrzunehmen, belebt die Intelligenz. Gibt der Intelligenz ein neues Leben.
Die Poesie weckt die Intelligenz, die Intelligenz weckt die Poesie.
Sie ergreift. Sie erfreut. Sie befreit.

Man kann sie nicht lügen. Sie lügt nicht, sie entdeckt, erfindet.

Beim Schreiben ist sie ein Sieg gegen den Widerstand gegen sie, gegen ihr Gegenteil, die Vernichtung und die Gefangenschaft. Weil sie ein Sieg ist, erfreut sie.

Von der Gesellschaft her gesehen, ist sie im Kern politisch und prinzipiell aktiv. Sie kann politisch nur etwas verändern, wenn sie auf die ideellen, d.i. individuellen Voraussetzungen wirkt.

***

Hier erscheinen in regelmäßiger Folge die „Sätze zur Poetologie“ von Elke Erb. Neue Gedichte der Autorin finden sich in dem soeben erschienenen Band Meins; roughbook 006

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Ein Kommentar zu „Sätze zur Poetologie 1 (Elke Erb)

  1. poesie ist tanz ist ballsaal
    bereit
    mit sorgfalt gefegt der boden
    aus wärmendem holz
    licht fällt gelb fällt weich

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